Populäres Vorurteil: Vitamine sind gesund.

[Fortsetzung von]
Werden jetzt Heilslehren ins Spiel gebracht, die adäquaten oder gar gesättigten Gewebestatus fordern, dann wirds
unübersichtlich: bis 1999 empfahl die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) 75 mg,
seither empfiehlt sie 100 mg pro Tag. Sie ist damit zur Weltspitze avanciert [11].
Ihre französischen Kollegen empfehlen 80 mg, während sich die Italiener mit 45 mg begnügen und die Briten sogar mit 30 mg.
Aber kein Problem: selbst diesem «gewachsenen» Bedarf wird unsere Nahrung gerecht. Schon ein Glas (0,2 l) handelsüblichen
Orangensafts deckt den Tagesbedarf gem. alter DGE-Empfehlung spielend, gem. neuer DGE-Empfehlung nahezu bzw. reicht für zwei
Italiener oder drei Briten.
In weiten Teilen Europas lauert die Gefahr auf der anderen Seite: Hypervitaminosen (Vitaminvergiftungen) sind hier sehr viel
wahrscheinlicher als Hypovitaminosen.
So kann eine Überdosis an Ascorbinsäure zu Nierenschäden führen. Außerdem reagiert
unser Körper auf hohe Dosen mit einer erhöhten Abbaugeschwindigkeit. Wird der Körper massiv überversorgt
und anschließend die Zufuhr abrupt reduziert, tritt dann ein Mangel auf, der zu Scorbut führen kann! Das gilt auch
für Neugeborene, wenn während der Schwangerschaft in großen Mengen Vitamin C vertilgt wurde [6].
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