Populäres Vorurteil: Vitamine sind gesund.

[Fortsetzung von]
Allerdings sind solche Erkrankungen selten ernährungsbedingt. Auch der Zusatz des Antioxidants
oder des Mehlbehandlungsmittels Ascorbinsäure erfolgt in unbedenklichen Dosen. Wenn
allerdings unkontrolliert Vitaminpräparate geschluckt werden, ist das Risiko beachtlich. Aber auch der Griff zu
vitaminisierten Lebensmitteln lässt das Risiko steigen.
Auch bei anderen Vitaminen kann eine Überversorgung fatale Folgen haben. Bei Retinol (Vitamin A) sind
Anorexie (Magersucht), Reizbarkeit, trockene Haut, Leberschäden u. a. beschrieben worden [7].
Retinol darf Lebensmitteln nicht zugesetzt werden und ist auch als Vitaminpräparat nicht frei verkäuflich
(Deutschland).
Eine Überdosis an Calcipherolen (Vitamin D) führt zur lebensbedrohenden Auskristalisation von Caliciumsalzen im
Gewebe, in den Gefäßen und in den Nieren [8]. Die Abgabe ist wie bei Vitamin A
reglementiert. Physiologische und letale Dosis liegen eng beieinander.
Auch bei Thiamin (Vitamin B1), Niacin (B5), Pyridoxin (B6) und Tocopherolen (E) wurden Hypervitaminosen
beschrieben. Riboflavin (B2) ist ein wichtiger Nährstoff für Mikroorganismen und kann so
Infektionen begünstigen. Diese Vitamine finden Eingang in frei verkäufliche Vitaminpräparate und werden
Lebensmitteln zugesetzt, Riboflavin zudem als Farbstoff und Tocopherole als Antioxidantien.
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