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Populäres Vorurteil:
Foodwatch legt die Finger in die Wunden der Lebensmittelproduktion. [Einleitung]

PESTIZID-Paprika
Regelmäßig werden bei Kontrollen zu hohe Pestizidrückstände festgestellt. Ein giftiges Vitaminvergnügen. [16]

In der Tat fand Greenpeace im August 2003 in zehn von 41 Proben Rückstände exogener Pestizide, die die zulässigen Grenzwerte überschritten. [18] Auch wenn dies gleichzeitig bedeutet, dass rund 75% der Proben nicht zu beanstanden waren, so ist dies in der Tat ein unhaltbarer Zustand. Zwar sind die gesetzlichen Grenzwerte so gewählt, dass auch ein Überschreiten der Grenzwerte um 10.000% noch nicht zu Gesundheitsschäden führen dürfte, aber dieser Sicherheitszuschlag ist ja bewusst gewählt worden und stellt keinen Freibrief für die übermäßige Anwendung von Spritzmitteln dar.

Allerdings wird die Bedeutung exogener Pestizide gerne hochgespielt, während die der endogenen Pestizide kaum debattiert wird. Pflanzen werden nicht nur von Menschenhand, also mit Spritzmitteln gegen Fraßfeinde geschützt, sie sind vielmehr auch in der Lage, sich selbst zu schützen und besitzen ein enormes Repertoire an endogenen Pestiziden. Damit schützen sie sich u. a. vor Schimmelpilzen, Motten, Mäusen und Menschen. Vermutlich sind weit über 90% der von uns aufgenommenen Pestizide endogener Natur. Anhänger der Vollwertküche legen es geradezu darauf an, diese endogenen Pestizide mit zu verzehren. Es gibt keinen vernünftigen Grund, anzunehmen, endogene Pestizide seien weniger toxisch für den menschlichen Organismus als exogene. Es fehlen nur jegliche Grenzwerte.

Grenzwertüberschreitungen sind nicht leichtfertig hinzunehmen. Die festgestellten Überschreitungen bedeuten jedoch keine ernsthafte Gefährdung der Verbraucher. Selbst Liebhaber der ungarischen Küche müssen sich deshalb nicht umorientieren. Ein Grund zum Alarm?


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Erstellt am 29. Oktober 2004, zuletzt geändert am 02. April 2008 © Jürgen Krüll, Berlin-Schöneberg.
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