Populäres Vorurteil: Dioxine in Lebensmitteln sind ein Preis der Industrialisierung.

[Fortsetzung von]
Seit dem Seveso-Unfall sind Giftigkeit und die industrielle Herkunft der Dioxine im öffentlichen Bewusstsein verankert. Tatsächlich sind
keineswegs alle Dioxine giftig - und keines so wie das 2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin und tatsächlich ist das Gros der in der Umwelt
verbreiteten Dioxine mehr oder weniger natürlicher Herkunft. Ein Waldbrand vor Jahrtausenden kann eine heute abgebaute Tonerde erheblich
verseucht haben. Tonerden werden als technische Hilfsstoffe in der Lebensmittel- und als Zutaten in der Kosmetikproduktion eingesetzt.
Hat vor einigen hundert Jahren einmal eine Hütte gebrannt, lassen sich auch heute noch im Boden der Umgebung Dioxine nachweisen.
Hühner die auf derart belasteten Böden ihre Körner picken, nehmen auch immer Schmutz vom Boden auf. Damit nehmen sie Dioxine
auf, die im Fettgewebe ihrer Körper und auch im Ei angereichert werden. Eier aus Freilandhaltung sind daher immer dem potentiellen
Risiko einer Dioxinkontamination ausgesetzt. Bei Untersuchungen an Eiern aus privater Produktion im Raum Antwerpen fanden Wissenschaftler
Dioxingehalte, die die Grenzwerte um mehr als das Dreifache überschritten. [19]
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