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Populäres Vorurteil:
Acrylamid in Lebensmitteln ist krebserregend und sollte möglichst gemieden werden.

[Fortsetzung von]

Tatsache ist, dass wir seit Jahrhunderten solche Lebensmittel verzehren, ohne dass ein gesundheitlicher Schaden aufgefallen wäre. Dass unser Organismus immer wieder Appetit auf solche Erzeugnisse hervorruft, lässt zumindest den Anfangsverdacht aufkommen, dass sie ihm mehr Nutzen als Schaden zufügen. Ansonsten hätten wir wohl im Laufe der Evolution eine Abneigung entwickelt. Inzwischen gibt es Studien, die den Anfangsverdacht erhärten, dass keine Krebsgefahr besteht.

Beim Erhitzen der Lebensmittel entstehen neben dem Acrylamid eine Vielzahl weitere Röstprodukte. Neben solchen, die ein Krebsrisiko beinhalten, sind auch solche dabei, die vor Krebs schützen. Es spricht viel dafür, dass Acrylamid selber keinen Einfluss auf die Entstehung von Krebszellen hat. Bei den Laborratten war wohl der Metabolit Glycidamid für die Entsehung des Krebs verantwortlich. Im menschlichen Stoffwechsel wird Acrylamid jedoch nicht zu Glycidamid abgebaut. So liegen inzwischen Studien vor, die keinen Zusammenhang sehen zwischen dem Verzehr von acrylamidhaltigen Lebensmitteln und der Entstehung von Nieren-, Brust- oder Darmkrebs. Eine aktuelle schwedische Studie zu Prostatakrebs reiht sich hier nahtlos ein. [21]

Bereits 2003 wurde eine schwedische Fall-Kontroll-Studie veröffentlicht, nach der das Krebsrisiko sank, wenn zeitlebens reichlich Acrylamidhaltiges verzehrt wurde. Es handelte sich hierbei um eine durchaus signifikante Senkung von 40%. [22]

Folglich bewirken Maßnahmen zur Senkung der Acrylamidgehalte durch die Senkung von Verarbeitungstemperaturen bei Chips und Co. möglicherweise das exakte Gegenteil dessen, was beabsichtigt wurde.


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Erstellt am 07. Juli 2009, zuletzt geändert am 08. Juli 2009 © Jürgen Krüll, Berlin-Schöneberg.
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