Yersinia:

Charakteristika:
Yersinia sind gramnegative fakultativ anaerobe Stäbchen mit einer Größe von 0,5..1,0 x 1..2µm.
Sie sind katalasepositiv und oxidasenegativ. Einige (z. B. Yersinia pseudotuberculosis und Yersinia enterocolitica) der 11 Arten sind peritich begeißelt und somit beweglich.
Bei Wachstumstemperaturen über 30°C werden keine Geißeln gebildet. Andere Arten sind immer unbeweglich (z. B. Yersinia pestis).
Stoffwechsel:
Sie sind in der Lage, Nitrat zu reduzieren. Einige Arten bilden Indol und Schwefelwasserstoff und sind zur Harnstoffhydrolyse fähig.
Lebensmittelwirtschaftliche Bedeutung:
Sie sind in der Lebensmittelwirtschaft unerwünscht.
Wildtiere und Schädlinge können mit Yersinien infiziert sein. Über deren Kot auf Feldern können Yersinien auf Nahrungspflanzen gelangen.
Im Jahre 1998 erkrankten in Finnland 47 Kinder aufgrund einer Infektion mit Y. pseudotuberculosis. Die Keime gelangten über Hirschkot in Eisbergsalat.
Pathologische Bewertung:
Y. pestis ist der Erreger der Pest. Der hochgradig humanpathogene Keim wird über Ektoparasiten, hauptsächlich dem Rattenfloh übertragen.
Y. pseudotuberculosis und Y. enterocolitica sind Enteritisverursacher. Diese Enteritiden, die von Fieber und Leibschmerzen begleitet werden,
erinnern an eine Blinddarmentzündung. Bei beiden Erkrankungen können als Spätfolgen Hautveränderungen auftreten.
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